Eine Theaterprozession auf Hergiswald bei Luzern
Nach «La cena del Rey Baltasar» (Belschazzars Nachtmahl), auto sacramental (Fronleichnamsspiel) von Don Pedro Calderón de la Barca (1634), in Dialekt übertragen und mit Geschichten zu Hergiswald sowie mit Texten zum Bilderhimmel erweitert von Heinz Stalder, szenische Fassung von Louis Naef

7. Juni – 15. Juli 2006

Menetekel handelt von den zeitlos fundamentalen Gegensätzen zwischen Glauben und Unglauben, Sakrament und Sakrileg, erzählt in der alttestamentarischen Auseinandersetzung zwischen Belschazzar, dem Herrscher über das korrupte Babylon, und Daniel, dem gottesfürchtigen Propheten. Auf dem dramatischen Höhepunkt der Geschichte missbraucht der herrschaftssüchtige und


Foto © Georg Anderhub

eitle babylonische König die von den Juden gestohlenen Kultgefässe für ein Festgelage - eine Parodie auf das heilige Abendmahl. Da erscheint am Himmel eine Menschenhand und schreibt die Worte in die Luft, die Daniel später als Ankündigung des Untergangs interpretiert: «Mene mene tekel u-parsin» («gezählt, gewogen und für zu leicht befunden»). Der König findet im Trank aus dem kultischen Becher den Tod. Das Wort «Menetekel» bedeutet seitdem «Unheilverkündendes Zeichen».

Die Zuschauer ziehen in einer Art Theaterprozession mit den Darstellerinnen und Darstellern von Station zu Station und «erwandern» sich die Geschichte um Daniel, Belschazzar und das Menetekel.

Calderóns barockes Fronleichnamsspiel wird konfrontiert mit modernen Hymnen zum Hergiswalder Bilderhimmel von Schriftsteller Heinz Stalder und mit der Sagenwelt rund um den Berg Pilatus. Menetekel nimmt Impulse aus der reichen barocken Ausstattung der Kirche Hergiswald und aus der sie umgebenden magischen Landschaft auf und setzt sie in einer spannungsvollen Freilichtinszenierung um.

Louis Naef, Inszenierung
Eva Katharina Deschler, Mitarbeit
Reto Stadelmann, Musik
Gerhard Unternährer, musikalische Leitung
Salome Schneebeli, Choreographie
Barbara Jäggi, Szenographie/Objekte
Bernadette Meier, Damaris Eigenheer, Kostüme
Beleuchtung, Martin Brun