Zur Idee

Tradition, Innovation und avantgardistische Klassik: Reto Stadelmann hat eine eigene Tonsprache entwickelt, die zwei unterschiedliche Seiten des Künstlers widerspiegelt.

In seinen Kompositionen verbindet Stadelmann volksmusikalische Stilelemente seiner Schweizer Heimat mit zeitgenössischer, klassischer Musik auf internationalem Niveau. Er vermischt Tradition und Moderne und schafft daraus ein authentisches Spannungsfeld, ein Mit- und Gegeneinander von unterschiedlichen Stimmen, Zeiten und Kulturen.

Im Umgang mit sämtlichen Instrumentalbesetzungen vertraut, präsentiert Stadelmann immer wieder neuartige, überzeugende Lösungen. Experimentierfreude, Interesse an Vielfalt und Gegensätzen, sowie der Wunsch nach musikalischer Authentizität treiben ihn dazu an, sich weiterzuentwickeln und noch unbegangene Wege einzuschlagen.

Zur Person

Der Komponist, Dirigent und Produzent kulturpädagogischer Programme wurde 1977 in Luzern geboren. Er stammt aus einer ländlich geprägten Musikerfamilie, bei der kaum ein Tag verging, an dem nicht gemeinsam musiziert oder gesungen wurde.

Seine frühe musikalische Prägung begleitete ihn in seinem weiteren Leben. Stadelmann absolvierte ein Schulmusikstudium an der Musikhochschule Luzern (Hauptfach Chorleitung) und ließ sich parallel dazu an der Jazz Schule Luzern theoretisch ausbilden.

Anschließend studierte er Komposition in London (London College of Music and Media) und in Manchester (Royal Northern College of Music). Dort erhielt er unter anderem Unterricht von Harrison Birtwistle, James MacMillan, John McCabe. Der junge Künstler schloss seine Ausbildung mit dem Bachelor of Music und dem Master of Music mit First Class Honours und mit Auszeichnung ab und erhielt mehrere Preise, darunter den Westminster Music Prize (2002) und den Read Scholarship (2003). Von 2005-2007 war er Schüler von Prof. York Höller an der Hochschule für Musik in Köln. Zurzeit promoviert er an der Universität in York.

Zum Werk

Reto Stadelmanns origineller Umgang mit musikalischen Mitteln drückt sich in der Vielzahl seiner Kompositionen aus und wird im breiten Spektrum seiner unterschiedlichsten musikalischen Projekte reflektiert.

So schrieb Stadelmann unter anderem die Musik zu den Schweizer Freilichttheaterproduktionen Bauernkrieg 1653 (2003; von Hansjörg Schneider, Regie Louis Naef) und Menetekel (2006; mit Schriftsteller Heinz Stalder, Regie Louis Naef). Aktuelle Werke sind ein Kompositionsauftrag für die Stanser Musiktage 2009 (Rondo für Violine und Violoncello, mit Mitgliedern von musikFabrik) und ein Auftragswerk für die Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM), Sektion Zentralschweiz (2010).

2008 wurde Reto Stadelmann mit dem Werkbeitrag von Stadt und Kanton Luzern für Komponierte Musik ausgezeichnet.

Mit dem Dirigieren verfolgt Reto Stadelmann seine zweite große Leidenschaft. Von 1998-2000 war er zunächst mit der Leitung des Kirchenchors Hasle LU betraut. In seiner anschließenden Ausbildung in England und durch selbst initiierte Projekte entdeckte Stadelmann seine Vorliebe für zeitgenössische Musik. Er spezialisierte sich daraufhin in einer "Second Study" am London College of Music and Media bei Patrick Bailey und am Royal Northern College of Music bei Clark Rundell auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Während dieser Zeit dirigierte er verschiedene studentische Ensembles und koordinierte die Aufführung vieler studentischer Werke. Zu seinem vielseitigen Repertoire zählen unter anderem Werke wie "Octet" von George Benjamin, "The Straits of Magellan" von Morton Feldman und "Chain I" von Witold Lutoslawski. Bei der Abschlussprüfung des Aufbaustudiengangs Dirigieren überzeugte Stadelmann als Dirigent von Strawinsky's "Histoire du Soldat". Auch leitete er 2003 auf Einladung der Messiah Project Corporation das zeitgenössische Musikensemble The Humours aus Springfield MO auf einer Konzerttournee in Missouri.

Seit dem Umzug nach Deutschland im Jahr 2005 verfolgt Reto Stadelmann als Dirigent und Leiter von Ensembles vorrangig eigene Projekte. 2008 gründete Stadelmann das Studio-, Projekt- und Konzertorchester "Die Kartei". Zudem ist er Gründer und Geschäftsführer der Hindertsi Produktionen GmbH mit Sitz in Wettingen in der Schweiz. Darüber hinaus engagiert sich der Künstler im kulturpädagogischen Bereich mit seinem 2006 gegründeten Kölner Kunstorchester Kwaggawerk.

Mit seinen Tätigkeiten schafft Reto Stadelmann originelle und beeindruckende Kunstkonzepte ergreifender Wirkung. Durch eine breite Medienpräsenz, eine Vielzahl von Preisen und dadurch, dass er in regem Austausch mit anderen Künstlern und Veranstaltern steht, wird Stadelmanns Person von der breiten Öffentlichkeit interessiert und nachhaltig wahrgenommen.