Zur Idee

Tradition, Innovation und avantgardistische Klassik: Reto Stadelmann hat eine eigene Tonsprache entwickelt, die zwei unterschiedliche Seiten des Künstlers widerspiegelt.

In seinen Kompositionen verbindet Stadelmann volksmusikalische Stilelemente seiner Schweizer Heimat mit zeitgenössischer, klassischer Musik auf internationalem Niveau. Er vermischt Tradition und Moderne und schafft daraus ein authentisches Spannungsfeld, ein Mit- und Gegeneinander von unterschiedlichen Stimmen, Zeiten und Kulturen.

Im Umgang mit sämtlichen Instrumentalbesetzungen vertraut, präsentiert Stadelmann immer wieder neuartige, überzeugende Lösungen. Experimentierfreude, Interesse an Vielfalt und Gegensätzen, sowie der Wunsch nach musikalischer Authentizität treiben ihn dazu an, sich weiterzuentwickeln und noch unbegangene Wege einzuschlagen.

2006 gründete Stadelmann das Kölner Kunstorchester Kwaggawerk. Zudem ist er Gründer und Geschäftsführer der Hindertsi Produktionen GmbH mit Sitz in Wettingen in der Schweiz.

Zur Person

Der Komponist und Produzent kulturpädagogischer Programme wurde 1977 in Luzern geboren. Er stammt aus einer ländlich geprägten Musikerfamilie, bei der kaum ein Tag verging, an dem nicht gemeinsam musiziert oder gesungen wurde.

Seine frühe musikalische Prägung begleitete ihn in seinem weiteren Leben. Stadelmann absolvierte ein Schulmusikstudium an der Musikhochschule Luzern (Hauptfach Dirigieren-Chorleitung) und ließ sich parallel dazu an der Jazz Schule Luzern theoretisch ausbilden.

Anschließend studierte er Komposition in London (London College of Music) und in Manchester (Royal Northern College of Music). Dort erhielt er unter anderem Unterricht von Harrison Birtwistle, James MacMillan, John McCabe. Der junge Künstler schloss seine Ausbildung mit dem Bachelor of Music und dem Master of Music mit First Class Honours und mit Auszeichnung ab und erhielt mehrere Preise, darunter den Westminster Music Price (2002) und den Read Scholarship (2003). Von 2005-2007 war er Schüler von York Höller an der Hochschule für Musik in Köln. Zurzeit promoviert er an der Universität in York.

Zum Werk

Reto Stadelmanns origineller Umgang mit musikalischen Mitteln drückt sich in der Vielzahl seiner Kompositionen aus und wird im breiten Spektrum seiner unterschiedlichsten musikalischen Projekte reflektiert.

So schrieb Stadelmann unter anderem die Musik zu den Schweizer Freilichttheaterproduktionen Bauernkrieg 1653 (2003; von Hansjörg Schneider, Regie Louis Naef) und Menetekel (2006; mit Schriftsteller Heinz Stalder, Regie Louis Naef). Aktuelle Werke sind ein Kompositionsauftrag für die Stanser Musiktage 2009 (Rondo für Violine und Violoncello, mit Mitgliedern von musikFabrik) und ein Auftragswerk für die Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM), Sektion Zentralschweiz (2010).

2008 wurde Reto Stadelmann mit dem Werkbeitrag von Stadt und Kanton Luzern für Komponierte Musik ausgezeichnet. Sein kulturpädagogisches Projekt Kwaggawerk gewann den ersten Preis des vom Deutschen Musikrat bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbs zum «Tag der Musik» in der Kategorie "Neue Wege in der Welt der Musik".